Macht Schokolade glücklich?


Macht Schokolade glücklich?

Dieser Frage wollen wir heute am „Tag des Glücks“ nachgehen. Und weil das Wetter grau und nass und gar nicht frühlingsanfangshaft ist, tun wir das nicht, ohne eine Tasse heiße Schokolade neben der Tastatur zu haben. Und nehmen damit einen Teil der (erwartbaren) Antwort schon vorweg…

Mittel gegen Stress und Liebeskummer

Liebeskummer, schlechte Laune, Ärger mit dem Chef, Prüfungsangst, Stress im Auto? Oder eben schlechtes Wetter, ein zu langer und zu grauer Winter, den es nicht nur bei uns in der Uckermark gibt? Klarer Fall: Schokolade muss her!  Der Geruch, der feine Glanz und während die ersten Stückchen langsam auf der Zunge schmelzen, sind die Sorgen schon viel kleiner. Stimmt´s? Nun haben sich nicht nur Schokoladenfreunde und Schokoladenmacher mit diesem (sehr angenehmen) Phänomen befasst, sondern auch viele, viele Wissenschaftler. Vielleicht, weil es so ein angenehmer „Forschungsgegenstand“ ist.

Für diese Wissenschaftler ist das als so tröstlich empfundene Schokoladenschmelzen im Mund eine „orsensorisch angenehme Wahrnehmung“. Außerdem vermuten sie bereits in der Erwartungshaltung beim Öffnen einer Pralinenschachtel einen Grund für den Ruf der Köstlichkeit als Glücklichmacher. Bei echten Schokoliebhabern werde das Belohnungszentrum im Gehirm bereits beim bloßen Anblick derselben aktiviert. Wer sich je mit einem seligen Lächeln an die Schokolade gemacht hat, weiß, was gemeint ist.

Gute-Laune-Macher in der Schokolade

Aber man ist längst einigen Bestandteilen von Schokolade bzw. Kakao auf der Spur, die im „Verdacht“ stehen, glücklich zu machen. Immer wieder wird auf Bestandteile mit so kompliziert klingen Namen wie Phenethylamin, Theobromin oder Tryptophan verwiesen, die als Gute-Laune-Macher gelten – und die zweifellos auch enthalten sind. Eine zentrale Rolle spielt das als „Glückshormon“ geltende Serotonin, dem eine entspannende und motivationsfördernde Wirkung nachgesagt wird. Serotonin selbst ist in Schokolade zwar nicht enthalten, aber Tryptophan. Und wenn das im menschlichen Körper abgebaut wird, entsteht Serotonin. Und macht glücklich?

Prinzipiell ja, aber … sagen die Wissenschaftler. Denn die Konzentration von Tryptophan in Schokolade sei viel zu gering, um unsere Stimmung wirklich heben zu können. Ebenso verhält es sich mit dem zweiten, angeblich glücklich machenden Inhaltsstoff von Schokolade: Theobromin. Auch er hätte durchaus das Zeug zum Stimmungsaufheller – ist in Schokolade aber ebenfalls nicht in der Dosierung enthalten, die dafür notwendig wären. Vor allem nicht in der sehr beliebten Vollmilchschokolade. Ginge es nach den glücksbringenden Bestandteilen, müsste Bitterschokolade viel höher im Kurs stehen. Doch neben den glücklichmachenden „Spurenelementen“ enthält Schokolade tatsächlich auch Stoffe, die sich direkt positiv auf die Gesundheit auswirken. Und zwar die sogenannten Flavanole, Pflanzenstoffe, die aus dem Kakao stammen. In dem Pulver sollen 66 verschiedene Stoffe enthalten sein, die die Gefäße erweitern und Herz und Kreislauf schützen können.

Walnuss-Schokoladen-Pralinen
Waldlauf oder Pralinen?

Sie wissen, dass Sport die Serotoninproduktion auch ankurbelt? Und Flavonole auch in Gemüse enthalten sind? Grundsätzlich richtig. Warum aber ist das Verlangen nach Schokolade trotzdem bei vielen in Stressmomenten größer als das nach Rosenkohl und Waldlauf?

Ja, Schokolade macht glücklich

Grund dafür sind sind zwei weitere Bestandteile, die sich nicht so kompliziert anhören und uns durchaus gut bekannt sind: Zucker und Fett. So enthält eine Tafel Vollmilchschokolade (100 Gramm) etwa 55 Gramm Zucker und rund 30 Gramm Fett aus der Kakaobutter. Damit liefert eine Tafel Schokolade ein Viertel der Energie, die ein Erwachsener im Schnitt am Tag verbraucht. Die hohe Energiedichte aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn – und wir fühlen uns gut. Das wiederum soll ein Reiz aus der oft entbehrungsreichen Zeit der Jäger und Sammler sein, der unseren Vorfahren schlicht das Überleben sicherte. Möglichst viel energiereiche Nahrung aufnehmen, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet – das ist in unserem genetischen Programm durchaus noch immer abgespeichert. Und was gibt es besseres, als diesem Reiz mit feiner Schokolade zu folgen. In diesem Sinne: Lasst es euch schmecken!